
Erfahrungsgemäss passen 70% der Sättel nicht optimal auf das jeweilige PFerd. Der Grund ist nicht eine schlechte Arbeit der Sattler, sondern er liegt darin, dass die Pferde sich laufend, je nach Alter und Trainings- oder Närzustand in ihrem Esterieur verändern.
Die Satteldruckmessung will einen Beitrag leisten, um Pferd und Reiter möglichst gute Trainingsbedingungen zu schaffen. Folgende Faktoren tragen zu einem optimalen, pferdegerechten Training bei: - Passform des Sattels für Pferd und Reiter - Reiterliche Fähigkeiten - physische und psychische Konstitution des Pferdes
Um möglichst viele Parameter zu erfassen, die zu einer optimalen Beurteilung beitragen, werden bei einer Satteldruckmessung folgende Punkte berücksichtigt:
1. Anamnese
Nebst Rasse und Alter sind sowohl die Haltung wie auch die mit dem Pferd ausgeübte Disziplin von Bedeutung. Zudem spielen allfällige gesundheitliche Probleme, deren medizinische Behandlung und Schwierigkeiten beim Reiten eine Rolle. Diese Punkte werden vor der Messung mit den Pferdebesitzern besprochen.
2. Beurteilung unter der Reiterin/dem Reiter
Vor der eigentlichen Druckmessung soll das Pferd unter der Reiterin/dem Reiter aufgewärmt werden. Dabei werden Pferd, Sattel und Reiterin/Reiter als System beobachtet und beurteilt.
3. Messung
Das für die Druckmessung verwendete System besteht aus einem am Körper tragbaren Messcomputer für den Reiter und einer Messmatte, die zwischen Sattel und Pferd gelegt wird. Die Messmatte besteht aus 224 ca. 8cm2 grossen Drucksensoren. Es werden Druckmessungen im Stand, Schritt, Trab, Galopp gemacht.
Das Druckbild stellt die ganze Sattelmatte dar, wobei ein Drucksensor einem Feld entspricht. Den verschieden hohen Druckbereichen wurden verschiedene Farben zugeordnet. Die Messgrenze liegt bei 63.74kPa.
Bei der Auswertung werden folgende Punkte beachtet: - Auflagefläche - Maximaldruckwerte - Druckmittelwerte - Druckverlauf - Druckverteilung
4. Pferd
Das Exterieur des Pferdes wird beurteilt. Auch der Pferderücken wird auf Asymmetrien, schmerzhafte Stellen, Satteldruck und Einschränkungen der Wirbelsäulenbeweglichkeit untersucht.
5. Sattel/Sattelunterlage
Beim Sattel wird nebst dem allgemeinen Zustand die Qualität (Härte, Gleichmässigkeit) und die Symmetrie der Sattelkissen beachtet. Weiter wird die Passform des Sattels auf dem Pferderücken beurteilt. Wichtig dabei sind die Punkte wie Länge des Sattelbaums, Winkelung der Sattelkissen, Schulterfreiheit, Kammerhöhe/-weite, tiefster Punkt der Sitzfläche und die Auflagefläche der Sattelkissen auf dem Pfederücken.
Die Wahl der richtigen Sattelunterlage ist entscheidend für die korrekte Passform eines Sattels, sie wird in die Beurteilung einbezogen. In Sonderfällen, in denen ein Sattel nicht oder noch nicht optimal durch den Sattler angepasst werden kann, weil sich das Pferd z.B. in einer Trainingaufbauphase befindet, können mittels unserem Messsystem auch Sattelunterlagen angepasst werden.
Das Exterieur des Pferdes verändert sich aufgrund seines Alters und Fütterungs-/Trainingszustandes laufend. Somit muss berücksichtigt werden, dass bereits nach einigen Wochen ein vom Sattler korrekt angepasster Sattel dem Pferd eventuell nicht mehr optimal passt.
6. Reiter
Die Balance und die Geschmeidigkeit des Reiters haben einen eintscheidenden Einfluss auf den Druck, der über den Sattel auf den Pferderücken übertragen wird. Dabei spielt das Gewicht des Reiters eine untergeordnete Rolle. Der Schwerpunkt des Reiters sollte sich über dem Schwerpunkt des Pferdes befinden, was durch einen für die jeweilige Disziplin konzipierten Sattel mit optimalem Tiefpunkt der Sitzfläche erleichtert wird.
Zusammenführen der Befunde
Zum Schluss werden die Erhebungen der Anamnese der Beurteilung des Pferdes unter dem Reiter/der Reiterin, die Passform des Sattels und der Druckmessung in einen sinnvollen Zusammenhang gebracht und auf Wunsch in einem Bericht zusammengefasst. Dabei muss bei all diesen Richtlinien jedoch das System Reiter-Sattel-Pferd immer als Ganzes betrachtet werden.
Für eine Sattelmessung wie sie oben beschrieben wird, sollte man sich mindestens eine Stunde Zeit reservieren.
Um diese Dienstleistung fortwährend zu optimieren, bin ich daran interessiert, laufend in Kontakt mit Reitern, Sattlern, Tierärzten, Ausbildnern und anderen Pferdefachleuten zu bleiben. Sollten Sie also noch Fragen oder Anregungen haben, bin ich gerne bereit diese zu diskutieren.
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